
Vorbereitung, Ausrüstung & mehr
Welches Schuhwerk für welche Tour? Was gehört in den Rucksack und was nicht? Wie kommen eigentlich die Zeitangaben in diversen Tourenbeschreibungen zustande? Im Folgenden findest du ein paar grundlegende Tipps und Erkenntnisse aus der Praxis. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ohne Promotion für Marken oder Ausrüster - denn die wichtigste Komponente zum Gipfelerfolg bist du ohnehin selbst.
Gepäck
Manchmal muss man Dinge erst falsch machen, um sie zu lernen. Wir haben einmal auf einer Tour auf einen mittleren Dreitausender das volle Hochtouren-Equipment mit auf die Hütte geschleppt - Seil, Klettergurte, Steigeisen, Eispickel, Helme. Dazu Klasse-C-Hochtourenschuhe. Überholt wurden wir von vielen Menschen, die leichtfüßig, mit Trekkingschuhen und teilweise mit Tagesrucksäcken unterwegs waren. Sie hatten einfach vorher sichere Informationen eingeholt, dass der Gipfelaufstieg zu dieser Zeit komplett eisfrei war. Seitdem beherzige ich die goldene Regel: So viel Gepäck wie nötig, so wenig wie möglich - denn am Berg zählt jedes Gramm.
Zeltausrüstung plus Klettersteigtour - alles auf diesem Bild war bei diesem Projekt notwendig und im Einsatz. Einer der wenigen Fälle, wo ich wirklich einen großen Tourenrucksack mit 55+10 Litern gebraucht habe.
Schuhe
Heute gibt es eine unüberschaubare Vielfalt an Trekking-, Wander-, Kletter- und Hochtourenschuhen. Auch wenn ich mittlerweile einige Erfahrung gesammelt habe, würde ich nie einen Schuh irgendwo im Internet kaufen, sondern immer die persönliche Beratung durch Fachleute suchen. Oben im Berg kann sie Gold wert sein. Zumindest mehr als die paar Euro, die sich vielleicht online sparen lassen. Hier rechts findest du mein Wissen, das ich gern teile, das aber keine Expertenmeinung ersetzen kann und soll.
Nette Deko an einem Wegweiser zum Weilheimer Haus, gefunden im Estergebirge in den Bayerischen Alpen. Was natürlich zu der Frage anregt: Wann sollte man alte Bergschuhe an den Nagel hängen?
Gehzeiten
Ob gemütliche Zweieinhalb-Stunden-Almwanderung oder mehrtägige hochalpine Tour - entscheidend ist, vorher sicher einschätzen zu können, was das Projekt einem abverlangt. Die Zeitangaben im Netz und vor Ort helfen, sich realistische Ziele zu setzen und die eigenen Kräfte richtig einzuteilen.
Manchmal kommen sie uns untertrieben, manchmal übertrieben vor - auf jeden Fall geben die Gehzeiten wertvolle Orientierung. Online ebenso wie auf den guten alten Wegweisern.
Umkehrzeiten
Wer eine größere Tour plant, sollte einen Zeitpunkt fest im Blick haben: die späteste Umkehrzeit. Sie besagt ganz einfach, wann der Gipfel oder ein anderes Ziel erreicht sein sollte - wenn das nicht der Fall ist, sollte man vernünftigerweise den Rückweg antreten. Im Winter ist die Umkehrzeit anders als im Sommer, beeinflusst wird sie aber auch von tagesaktuellen Faktoren wie Gewitterneigung oder Wetterumschwüngen.
An einer so markanten Stelle mit fantastischer Aussicht umkehren? Ja - rund 250 Höhenmeter unter dem Gipfel des Brunegghorns (3.833 m) entschlossen wir uns tatsächlich, den Rückweg anzutreten. Wir hatten viel Zeit für die Routenfindung aufgewendet - und noch eine Neun-Stunden-Rückfahrt aus dem tiefsten Wallis (Schweiz) nach Deutschland vor uns. Ins Bett ging's dann um 3:30 am nächsten Morgen.
Bergrettung
Wer in die Berge geht, hofft, sie niemals zu brauchen: die Bergretter. Was aber, wenn doch einmal eine Notsituation auftritt? Das Wetter schneller umschlägt als vorhergesagt? Ein Knöchel umknickt? Der Körper unterkühlt ist? Wir einem Stein nicht ausweichen konnten? Oder es trotz Einhalten der Umkehrzeit einfach zu spät geworden ist? Dann brauchen wir die Hilfe von Menschen, die diesen Job für andere machen und sich dabei manchmal selbst in Gefahr bringen müssen: die Heldinnen und Helden von der Bergrettung.
Im Deckel- oder Innenfach vieler Rucksäcke findet sich eine Schnellübersicht an Notfallnummern und Verhaltenstipps. Wichtige Hinweise für den Fall, dass es am Berg mal kritisch wird.